Dienstag, 17. November 2009

Gedanken

(Fotoquelle :google)


Heute, in der Fußgängerzone, an jeder Ecke, alle 5 Meter sozusagen, fallen mir verstärkt diese Bettler auf; die mit dem osteuropäischen Aussehen, dem verelendeten Gesichtsausdruck; die, die stundenlang in einer knieenden Haltung verharren und einen coffee-shop-Becher hochhalten, die schlafende Kinder auf dem Schoß tragen, einen zerknitterten Zettel jedem entgegenhalten, der vorbeikommt.
Ich gebe zu, für mich sind diese Anblicke unerträglich, wenn ich sehe, dass Säuglinge, nur notdürftig geschützt, stundenlang im Regen auf dem dreckigen Boden liegen, die bettelnde Mutter in einer mehr als demütigen Liegehaltung daneben auf dem unhygienischen Boden.... ist das auszuhalten?
Ich gehe vorbei mit den Tüten, in denen neue saubere Kleidung für meine Kinder ist und weiß, dass ich gleich in ein warmes, schönes Zuhause fahren werde, wo ich genug Gesundes zu Essen habe!
Und diese Menschen?
Was weiß man von ihnen?
Ein Bekannter, der seine Praxis am Rand der Fußgängerzone hat, sieht morgens in aller Herrgottsfrühe die großen schweren Limousinen vorfahren, aus denen diese Menschen steigen, ja geradezu herausgekübelt werden in die Straßen, wo sie gezwungen sind, zu betteln! Es geht die Kunde, dass die Mütter den Kinder Alkohol oder Schlafmittel verabreichen, damit diese den Tag in den Straßen ohne zu Stören überstehen!

Ist das normal?

Jedesmal wenn ich an diesen Menschen vorbeigehe, schaue ich weg, gebe nichts, weil ich diese Verbrecher, diese Schlepper und Drücker, denen diese Menschen ausgeliefert sind, nicht unterstützen möchte, --

die, die abends jeden Cent abkassieren und den geknechteten Menschen schlechtes Essen und Schlafstatt in Massenunterkünften bietet.
Nachdem sie sie aus ihren Ländern mit falschen Versprechungen auf das gelobte Land herausgelockt haben!

Mein schlechtes Gewissen bleibt, geht nicht weg, aber der Zwiespalt ist groß!
Warum läßt unser Staat, der alles reglementiert, es zu, dass diese Art von Sklaverei nicht verfolgt wird und den Machern das Handwerk gelegt wird?
Jetzt vor Weihnachten, läuft diese Mitleidsschiene wieder ganz toll! die Menschen eilen vorbei und betäuben ihr Gewissen mit Geld.

Kann es das sein?


Ich selbst bin ratlos. Ich kann die Welt nicht verbessern, aber wie haltet ihr das? Gebt ihr etwas? Und wenn ja, wieviel? Und jedem?
Fragen über Fragen an diesem grauen nassen Novembertag!

Ratlose und fragende Grüße, Cornelia

Kommentare:

  1. in Bremen gibt es sowas auch, weniger, aber auch, ich weiss ehrlich gesagt auch nicht damit umzugehen, schlechtes Gefühl bleibt, aber WAS kann man tun ???
    Ich denke auch da wäre mal die Politik gefragt.
    herzlich Kathrin

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  2. Hier in Frankfurt ist das natürlich das stete Bild und genau wie Du es beschreibst an jeder Ecke zu finden. Ich habe auch immer ein sehr ungutes Gefühl bei dem Anblick, weil ich auch wie Du weiß was dahinter steckt unendlich leid tun mir auch die Kinder. Ich würde nie Geld geben, weil die Menschen die da sitzen sehen davon gar nichts, aber es ist ein leichtes mal eben an der Ecke was zu essen oder zu trinken zu holen und es ihnen zu geben. Das Problem ist allerdings wenn sie nicht genug erbettelt haben gibts auch noch richtig Ärger. Aber dennoch Geld gebe ich nicht höchstens was zu essen. Ich kann immer gar nicht verstehen das da von höherer Stelle gar nichts getan wird, die sehen doch auch von wem sie angekarrt werden, warum läßt man das so zu???? warum kümmert sich keiner um die Kinder? kein Amt niemand.

    Liebe Grüsse zu einem sehr traurigen Thema
    Marita

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  4. Hier in Bergisch Gladbach gibt es sie auch, auch wenn unsere Innenstadt nicht soo groß ist.
    Mir tun die Leute immer leid, aber ich gebe nichts weil ich weis das sie es wieder abgeben müssen.
    Ich habe auch schon mal beobachten können das sie mit einem dicken Mercedes an ihren Platz gekarrt wurden.
    Schrecklich ist sowas und besonders die Kinder tun mir leid.

    Letztens habe ich eine Reportage über die Hintermänner gesehen, die schleusen extra gebrechliche Menschen aus zB Rumänien nach Deutschland um so mit Ihnen Geschäfte zu machen.
    Mir fällt es auch vermehrt zur Weihnachtszeit auf, da zieht die Mitleidsschiene besser.

    Aber was kann man da machen??

    Lieben Gruß Sandra

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  5. Bei uns in Solingen gibt es die auch. Und wenn ich die Kinder sehe wird mir schlecht. Ein Bekannter von mir, Stadtteilpolizist ist der Innenstadt, hat mir gesagt, die werden oft unter Schlafmittel gesetzt, damit sie ruhig bleiben.

    Ein junger Mann der erbärmlich auf Krücken mit einem total verdrehten Bein humpelt kann nach Ladenschluss wieder völlig normal laufen.

    Ich gebe da bewusst Nichts, denn nur wenn es sich nicht mehr lohnt, hören diese Banden auf Kinder und Gebrechliche für ihre Zwecke auszunutzen.

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  6. Ergänzung:
    Dieses Foto ist ein Bild aus dem Internet, das ich gegoogelt habe, und keinesfalls von mir "heimlich" aufgenommen; dies nur zur Erklärung!
    blogger, die auf ihren blogs stets auf fremde Bilder zurückgreifen, mögen dies bitte konstatieren!
    Cornelia

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  7. Nele, ich finde es vollkommen ok , dass du es hier mal öffentlich machst, man stolpert ja in jeder Stadt über dieses "Problem", womit ich nicht die armen Menschen meine, sondern den Umgang unsererseits damit, denn, die Frage ist doch, WIE mache ich es richtig und nach wie vor meine ich, da ist die Politik gefragt !!!
    würde GERNE einen guten Rat hier lesen....
    geschmacklos finde ich das nicht, geschmacklos ist es eher immer nur weg zu gucken.
    Die Armut ist doch da, mitten unter uns !
    Schön wäre es, wenn man gemeinsam Lösungen finden könnte, vielleicht nur ein Traum, aber am Anfang steht immer ein Traum...
    also, WAS kann man tun ????
    herzlich Kathrin

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  8. Also ich muß jetzt auch nochmal kurz was zu diesem Bild sagen, das ich völlig in Ordnung finde, das Bild ist nicht schön und das soll es auch gar nicht sein. Diese Bilder findet man überall im Internet da muß man nicht heimlich fotografieren. Aber ich finde es gut das Du eben auch mal ein Thema ansprichst, das Dich ganz persönlich berührt und auch mal nichts mit niedlich und nett zu tun hat. Das Leben ist nicht nur Hobby.

    In diesem Sinne, Liebe Grüsse Marita

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  9. Ich halte es auch so, dass ich in diesem "Fall" frage, ob derjenige Hunger oder Durst hat.Denn leider ist es so, diese armen Frauen gehen trotz Geld in der Tasche genau so arm wieder nach Hause.Es ist egal, ob ich ihnen 1 oder 100 Euro gebe, es wird in der Regel nichts für sie über sein.Mir blutet jedes mal das Herz, aber auch ich habe zu oft die großen Autos heran fahren sehen, die Damen werden strategisch sinnvoll postiert , im Auge behalten und zwischendurch wird abkassiert.Es macht hilflos und ich denke , dass ganz viel Hilfsbereitschaft da wäre, wenn man genau wüsste, dass es den Frauen und Kindern zugute kommen würde.Aber so? Nein, ich möchte den Hintermännern nicht zum 2. Wagen helfen, ich wünsche mir, dass diesen armen Frauen durch die Gesellschaft irgendeine Möglichkeit gegeben wird mit ihren Kindern menschenwürdig und gut zu leben.Aber wie ? Tja, ich weiß noch nicht mal wer mir diese Frage beantworten kann....liebe Grüße, Petra

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  10. Hallo Conerlia,

    auch ich kenne solche Bilder aus der Vorweihnachtszeit von Bettlern, die mehr als entwürdigend den ganzen Tag bewegungslos in der Kälte ausharren müssen.
    Völlig unverständlich ist es für mich, das es in unserem Staat geduldet wird und die Polizei nicht eingreifen kann oder darf! Ob die Kinder unter "Drogen" stehen, weiss ich nicht, doch mein Vorstellungsvermögen reicht dafür aus, es zu glauben. An deren Spätfolgen mag ich gar nicht denken!
    Grundsätzlich gebe ich Bettlern kein Geld, sondern biete an, Kaffee, Tee oder etwas Essbares zu holen. Meinetwegen auch ein Päckchen Tabak :-)
    Ich habe auch einen "Lieblings-Chlochard" in der nächsten Kreisstadt - er und sein Hund bekommen von mir immer etwas, wenn ich sie antreffe. Letztens wünschte er sich eine Decke für seinen Hund ... doch darum geht es hier ja jetzt nicht.

    Für mich ist es moderner Menschenhandel einschliesslich Sklaverei und gehört unterbunden. Doch erst gestern ahbe ich einen Bericht über Rumänien im TV gesehen - diese riesengrosse Armut mitten in Europa schnürrt mir das Herz zu! Und die reichen Staaten gucken zu ... pfui!

    Wenn vor Ort Bildung, Nahrung und ein geregeltes Auskommen geschaffen werden könnte, würden diese skrupellosen Menschenhändler weniger und weniger Opfer finden!!

    können wir "Kleinen" allein da etwas erreichen?

    Sehr berührte Grüsse, Anette

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  11. .....es ist wirklich müßig darüber zu reden , WOHER dieses Foto ist, da gibt es wirklich schlimmere Blogs, die gespickt sind mit Bildern aus dem Internet.....und diese Bilder sehen wir doch zur Zeit mal wieder fast täglich in den Großstädten
    Unsere Ordnungshüter sind da ziemlich machtlos.....auf Beschwerden hin "sammeln" sie ein....die Personalien werden festgestellt und man muß sie wieder laufen lassen, weil sie einen festen Wohnsitz haben, also irgendwo ordnungsgemäß angemeldet sind.....es ist grausam, doch da sind ihnen die Hände gebunden.....und am nächsten Tag findet man diese Menschen einen halben Kilometer weiter wieder....größere Kinder werden zum Klauen "ausgebildet", sie kennen keine andere Lebensweise.....es ist furchtbar und grausam.....doch das werden wir leider, leider nicht ändern können....

    sehr betroffene Grüße
    Ute

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  12. es steckt nicht gleich hinter jedem Bettler ein kriminelles Kartell. ich gehe essen oder kaffe kaufen und gebe es ihnen. es gibt tatsächlich unfassbar viele arme und obdachlose. also gut daß es uns, die mehr haben doch gibt, denn wir können unterstützen und damit sollte man doch sehr zufrieden sein.

    LG
    karin

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  13. Ein schwieriges Thema und scheinbar ebenso schwierig darüber zu sprechen. Du hast es gewagt und das finde ich toll, Cornelia! Lass dich nicht entmutigen.
    Ganz liebe Grüße
    Petra

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  14. Auch in Wien begegnet man ihnen auf vielen Ecken.
    Jedoch, man soll sich nicht täuschen.
    Dahinter steckt oft hartes, rigores Geschäft.
    Männer schicken Frauen und Kinder vor.
    Die betteln, was das Zeug hält.
    Und dann kan man beobachten, wie sie von diesen Männern abkassiert werden.
    Verstehen...nein, verstehen fällt auch mir schwer.
    Auch ich habe stets ein höchst ungutes Gefühl dabei.
    Aber im Grunde ist ihnen nicht geholfen, gibt man ihnen Geld, denn dieses, so habe ich selbst gesehen, wird ihnen abgenommen.
    Man finanziert die Hintermänner.
    Ganz schlimm sind auch die, die singen.
    Ist ein trauriges Thema.
    Ich freue mich aber schon auf mein Püppchen.
    Lieben Dank....
    WIrd eine Weile dauern, von D nach A dauert es immer länger als umgekehrt.
    Ganz liebe Grüße..Luna

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  15. Ja, das ist wirklich so elend und schlimm... Ich finde es schrecklich, dass diese Menschen so ausgeliefert sind und betteln geschickt werden... und von den Kindern will ich erst gar nicht sprechen... *seufz*
    Ich gebe eigentlich meistens nichts... habe aber auch schon was gegeben, wenn ich angesprochen wurde...
    LG
    Claudine

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  16. Liebe Cornelia,
    offentsichtlich gibt es diese bettelnde Menschen in allen größeren Städten, selbst in Paris (hier wurde allerdings noch mit Tricksereien gearbeitet).
    Auch hier bei uns ist bekannt, genau wie Du es beschrieben hast, dass diese Menschen mit großen Limousinen in die Stadt gefahren werden, um am Ende des Tages abkassiert zu werden.
    Mir geht es genau wie Dir, mir tun die armen kleinen Kinder so leid, die oftmals halbnackt und frierend
    auf einer Decke im Schoß der Frauen ihr Dasein fristen müssen.
    Ich weiss auch nicht genau, warum hier nichts getan wird!
    Vor wenigen Monaten gab es mit diesen Menschen in Hannover einen Vorfall in der Art, dass in der Nähe des Lagerplatzes, der wohl für diese "Reisenden" zur Verfügung steht, eine Kleingartenkolonie regelrecht ausgeplündert wurde. Man
    hat dort selbst Wasserpumpen abgebaut. Der Platz wurde wohl danach fluchtartig verlassen und war mit Müll, Unrat und Sonstigem übersät!
    Auch sind in der Innenstadt Schulkinder angebettelt und verfolgt worden.
    Wie Du schon sagst, das schlechte
    Gewissen bleibt trotzdem, wenn man dieses Elend sieht.

    Lilo

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  18. Ich finde es sehr traurig. Ich gebe auch kein Geld. Wenn, dann nur Lebensmittel. Nur frage ich mich, wie werden die armen Menschen behandelt, wenn sie abends abgeholt werden und nicht genug Geld erbettelt haben.

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  19. Nachtragend will ich noch sagen dass ich nur diesen "professionellen" Bettlern Nichts gebe. Meine Meinung ist wirklich, wenn Keiner mehr was gibt, würde es auch aufhören. Denn dann lohnt es sich ja nicht mehr.

    Aber ich habe meinen "Lieblings"Obdachlosen, der schon seit Jahren regelmäßig ein paar Euro oder einen Kaffee von mir bekommt. Ich kenne seine Geschichte und weiß dass er von dem Wenigen was er hat sogar noch abgibt. Bin auch schon mal bei McDonalds mit ihm gewesen. Ich kann nicht das Leid der ganzen Welt auf meine Schultern laden aber so weiß ich wenigstens, dass es bei Jemand ankommt, der es braucht und zu schätzen weiß. Und nicht bei einer kriminellen Schlepperbande.

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  21. Ich finde das Foto keinesfalls geschmacklos, ob selbst aufgenommen oder nicht. Ich finde es eher geschmacklos, das solche Themen als Tabu angesehen werden. Und warum soll man solche Fotos nicht auf seinem Blog zeigen?!

    Ich gebe ab und zu den einen oder anderen EUR. Wem ich es gebe, entscheide ich spontan. Ob es denen gut tut, d.h. ob sie sich dafür was kaufen können oder ob sie es abdrücken müssen, weiß ich nicht, habe davon aber auch schon gehört. Nur, wenn ich ganz ehrlich bin, den Alkoholikern und Drogensüchtigen gebe ich kein Geld, den denen tut man damit wirklich nicht gutes. Da hilft dann doch vielleicht eher eine Brezel oder ein belegtes Brötchen.

    Ein sehr interessantes Thema hast du da rausgeholt, darüber könnte ich stundenlang diskutieren. Ob man dadurch was verändern kann? Keine Ahnung. Alleine mit Sicherheit nicht ...

    Schöne Grüße, Barbara

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  22. Hallo,

    ein schwieriges und trauriges Thema. Früher habe ich immer Geld gegeben. Dann fing ich an nebenberuflich in einer Bäckerei zu arbeiten und konnte da immer umsonst das Gebäck vom Vortag haben. Auf dem Weg zum Hauptjob kam ich immer am Stadtpark vorbei, wo ein Bettler auf einer Bank schlief. Dem brachte ich Gebäck und war etwas traurig, als ich auf dem Nachhauseweg die volle Gebäcktüte im Mülleimer neben der Bank sah. Am nächsten Morgen sprach ich ihn darauf an und er meinte, er wolle nur Geld und geht lieber zu Mc Donalds frühstücken. Mc Donalds ist aber ganz schön teuer. Naja, mein Gebäck kam nicht gut an und ich ließ es dann natürlich auch.
    Inzwischen bin ich umgezogen in ein kleines Stätdchen und im Sommer hatten wir hier einen rumänischen Bettler mit kleinem Hund. Dieser Mann war aber irgendwie unangenehm und sehr fordernd, so daß ich immer schnell vorbeiging. War das richtig? Ich weiß es nicht. Ich weiß heute noch nicht, wie ich mich verhalten soll. Es macht mich nur traurig.

    Liebe Grüße,
    rosenresli

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