Dienstag, 6. Dezember 2011

Ich hab den Nikolaus gesehen...

links im Bild mit drei Jahren
Hallo ihr Lieben,
nach meinem gestrigen "Moralapostelpost" habt ihr euch heute wieder etwas Schönes verdient *lach* und ich erzähle euch eine Geschichte aus meiner Kindheit, als ich den echten Nikolaus gesehen habe......... ganz lange schon her.
Ich war ein wildes Kind, temperamentvoll und immer ein bisschen querköpfig, und so kam es, dass ich eines Tages nach dem Mittagsschlaf (so etwa mit drei Jahren) aus dem Gitterbettchen krabbelte, das Übergewicht verlor und mit dem Hinterkopf auf das Nachtischchen fiel.. ein mächtiges Loch im Kopf, das genäht werden mußte, war die Folge.
Der Arzt machte mir einen mächtigen Kopfverband, wie ein Turban sah das aus, und meine Eltern entschlossen sich, zwei Stäbe aus dem Bettchen zu nehmen, damit das wilde Kind wenigstens unbeschadet herauskrabbeln konnte.
Das alles geschah Anfang Dezember 1963, und  als der Abend des Nikolaustages kam, stellte auch ich mein kleines Stiefelchen vor die Türe.
Mutter legte mich wieder zu Bett; draußen schneite es dickste Flocken und man konnte die Hand vor Augen nicht sehen. Natürlich schlief ich nicht ,sondern hampelte in meinem Paidi - Bettchen herum, lugte aus dem kleinen Fensterchen, weil ich unbedingt den Nikolaus sehen wollte.
Plötzlich tauchte aus dem Schneesturm eine verschwommene Gestalt auf, die einen Sack auf dem Rücken hatte, gebeugt von der schweren Last und dem Wind, und die durch die eiskalte Nacht schlurfte-  da  durchzuckte mich kleines Mädchen es wie ein Blitz... der Nikolaus, der Nikolaus.
Ich krabbelte so schnell es ging durch die Gitterstäbe, und dabei verrutschte der gesamte Turban, der Verband fiel ab, es tat höllisch weh, aber ich kannte keinen Schmerz, ich mußte den Nikolaus persönlich sehen.
Also rannte ich zu Haustüre, riß sie auf und erkannte nur noch schemenhaft den alten Mann, der wieder im Flockenmeer der Winternacht verschwand.. plötzlich drehte  er sich noch einmal um und winkte mir durch den Nebel leise zu.

Schon eilten meine Eltern zur Türe und holten mich in die warme Stube; den gefüllten Stiefel hielt ich stolz in der Hand und hatte vor Aufregung glühend rote Wangen.
Papa und Mama  lächelten milde, als ich ihnen mit meinen Kinderworten schilderte, dass ich IHN gesehen hatte und er mir zugewinkt hätte.
An diesem Abend war ich wohl das glücklichste Kind in der Strasse.
Diese Stimmung in dieser Winternacht und dieses Erlebnis habe ich genauso wie mein Erlebnis mit dem Christkind niemals vergessen.
Ist es nicht schön... wenn man solche Erinnerungen hat?
Ich wünsch euch einen wunderbar gemütlichen Tag!


Kommentare:

  1. Eine schöne Geschichte! Solche Kindheitserinnerungen sind Teil des gesamten Weihnachtszaubers. Das gemalte Bild gefällt mir sehr gut ist das ein Bild aus einem Buch oder einer Karte.... vielleicht "Freies Geistesleben" oder "Urachaus"?

    Liebe Grüße
    Ulrike

    AntwortenLöschen
  2. Mein Gott, was für eine süße Geschichte. Das Du Dich das einfach so getraut hast, zur Türe rennen und dem Nikolaus nachschauen. Ich hatte viel zu viel Angst gehabt, denn so manchen steckt er ja in den Sack. Das ist mir, Gott sei Dank nie passiert, aber man kann ja nie wissen.

    Viele liebe Grüße und einen schönen Nikolaustag für Dich.
    Claudia

    AntwortenLöschen
  3. herrje, jetzt hast du auch noch den nikolaus gesehen!!! gibt's doch gar nicht! ich glaube fast, du erzählst uns ein schönes märchen :))
    oder?
    liebe grüße schickt dir
    die dana

    AntwortenLöschen
  4. Ach, du Zuckerschnute, was für eine wundervolle Erinnerung. Ich muss dringend mal mein Fotoalbum zu mir ins Haus holen, denn noch liegt es bei meinen Eltern. Die Fotos sind zwar alle in schwarz-weiß, aber bei einigen Sachen weiß meine Mutter noch ganz genau, welche Farben sie hatten. Ein paar Festtagsbilder sind da auch drin...

    Danke für die Geschichte und allerbeste Nikolausgrüße

    Anke

    AntwortenLöschen
  5. Ja, das ist wirklich schön! Ich hab ein "ähnliches" Erlebnis (bzw. ein mich ähnlich berührendes Erlebnis) mit dem Osterhasen, den ich über den zugefrorenen Fluß Thaya hoppeln sah (darüber schrieb meine Mutter dann sogar eine kleine Geschichte, die in einer Wochenzeitung veröffentlicht wurde!) - und ich kann mich außerdem sehr genau erinnern, dass mir, als ich knapp über 2 Jahre alt war, ein Eichhörnchen auf den Buggy gesprungen war, als mein großer Bruder und ein Freund (ein Austauschschüler aus Frankreich) mich durch den Schlosspark Schönbrunn karrten. Mein Bruder kann sich an nichts mehr erinnern und behauptet, dass ich das alles nur zusammenfantasiere und dass man aus diesem Alter sowieso keine Erinnerungen hat, aber ich WEISS es ganz genau! (Und liebe diese Erinnerung :o) - so wie du deine! Die lassen wir uns nicht nehmen!) ALles Liebe und einen schönen Nikolausabend, Traude

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Cornelia,

    ach... wie schön deine Erzählung doch war, da fühlte ich mich wieder in meiner Kindheit versetzt...
    Mein Erlebnis mit dem Weihnachtsmann war so ähnlich, da war ich auch drei, 1955...Da schneite bei uns auch so schön, wie hier leider schon sehr oft nicht mehr, und ich hörte die Schritte, rannte zur Tür aber ich sah nur noch die großen Fußspuren im Schnee...
    Ich bin froh solche Erlebnisse gehabt zu haben...

    Danke dir auch für deinen lieben Kommentar, freue mich immer von dir zu lesen.

    Jetzt wünsche ich dir auch noch einen schönen Adventsabend und viel Gemütlichkeit.

    Ganz liebe Grüße
    Michaela

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Corniela...Deine Geschichte ist so herzig und so schön beschrieben.
    Den Nikolaus sah ich auch, aber in Bgeleitung vom Krampus (Knecht Ruprecht bei Euch?)....
    ALlerdings, Du weißt, die Geschichte vom Christkind, das habe ich Dir schon 2009 geschrieben, die habe ich ähnlich erlebt.
    Für Menschen, die so ein Erlebnis nie hatten, klingt das verrückt, unglaublich.
    Übrigens, ich habe die Schrift geändert, vielleicht kannst Du mein Gedicht jetzt lesen (vielleicht auch bei "Ansicht" - Zoom - vergrößern, falls Du auch Firefox benützt).
    Siehst Du, das sind so die Geschichten, die leben in unseren Herzen und, zumindest mir geht es so, lassen den kindlichen Zauber immer wieder auf das Neue erstehen, unabhängig von Streß und Wetter.
    Ganz liebe Grüße von Luna

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Cornelia,
    was für eine schöne Geschichte! Das weckt auch Erinnerungen in mir! ist es nicht schön, wenn man solch schöne Kindheitserinnerungen haben darf?

    Ich wünsch Dir einen wunderschönen Tag!
    ♥ Liebste Grüße Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  9. Schöne Geschichte *schmunzel*!
    Ich hab' den Nikolaus leider nie persönlich gesehen. Bei uns hat er "nur" den gut gefüllten Sack vor der Tür abgestellt und hat geklingelt...

    Apropos: bei mir auf dem Blog liegt für Dich eine kleine Überraschung zum Abholen bereit. Komm doch einfach mal vorbeigeflitzt. ;-)

    Liebe Brummbärengrüße
    vom Tinchen

    AntwortenLöschen

Vielen Dank, dass du mir schreibst! Ich freue mich über jeden Kommentar! Wenn irgend möglich, antworte ich dir auf deinem Blog. SPAM und Beleidigungen werde ich jedoch sofort löschen.